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Gründertagebuch Teil 2: Ein nervenaufreibendes Meeting bei der Deutschen Bahn…

Wir schreiben das Jahr 2007, es ist Dienstag, der 30. September und wie vor jedem großen Tag war auch heute von einer Sache beileibe kein Mangel: Stress! Es war der Tag vor unserem ersten Meeting mit den zuständigen Bereichsleitern der Deutschen Bahn AG, ohne deren Kooperation das Projekt praktisch noch auf dem Reißbrett eines frühen Todes gestorben wäre.

Das größte Problem heute hieß für uns in diesem Fall schlicht Dummy. So nennt man zu reinen Präsentationszwecken mit der heißen Nadel gestrickte „Prototypen“. Dieser Dummy soll einen Vorgeschmack auf unsere zukünftige Webseite geben und eine Eingabe simulieren. Ein bisschen wie ein Plakat am Rand einer Großbaustelle, auf dem man heute schon die hier später stehenden Prunkbauten erkennen kann. Und wie sollte es anders sein? Das Ding war einfach nicht zum Laufen zu kriegen! Der Tag der Wahrheit war gekommen! Es war der 30. September 2007 und 4 Stunden vor Beginn der Präsentation war der Dummy dannn endlich fertig und wir konnten starten.

Jetzt hieß es Sitzfleisch beweisen, nach knapp 3 Stunden Autofahrt war es nun endlich soweit.

Beide Gründer anwesend? Check.
Krawatten passen zum Jackett? Check.
Präsentation sitzt, Materialien alle dabei? Check.
Die richtige Strasse und Hausnummer –in der richtigen Stadt? Check.
Pünktlich zum Termin da: Che… Moment mal.

Wir waren eine halbe Stunde zu früh dran. Aber natürlich besser zu früh als zu spät! Nach 28 Minuten Gaumenfreuden erkundigte sich Veit kauend nach der Uhrzeit…dann hieß es rennen!

Nach einem rekordverdächtigen Spurt machten wir Bekanntschaft mit dem Pförtner, der früher einmal Türsteher gewesen sein muss: „Entschuldigen Sie bitte, wer sind Sie genau? Und Sie sind sicher, dass Sie einen Termin haben? Dass kann unmöglich sein, davon wäre ich in Kenntnis gesetzt worden.“

Totenstille … Hatten wir uns etwa im Datum geirrt? War die Adresse auch richtig? Der Pförtner wollte uns gerade abwimmeln als eine weibliche Stimme hinter ihm ertönte: „ Grassmann…Blumschein?… Kommen sie rein, sie werden bereits erwartet.“

Mit viel Glück und ein bisschen Vitamin B hatten wir es tatsächlich geschafft: Zwei frischgebackene Gründer aus Aachen im Hauptquartier des größten deutschen „Mobilitätsdienstleisters“ und ganze 2 Stunden Zeit, ihnen unser Projekt zu präsentieren.

Nach dem Austausch der üblichen Höflichkeiten sollte nun Tacheles geredet werden…leider gab der Beamer unseren in langen Arbeitsstunden kreierten Dummy nur etwas verwaschen und lediglich in 16 Faren wieder. Das war dann der Grund, warum sich alle Anwesenden ohne Murren lieber die gesamten 120 Minuten über dem Laptop-Monitor die Hälse verrenkten.

Das wirklich kuriose aber ist: Es hat trotzdem funktioniert, wir haben grünes Licht für unser Projekt bekommen!

Und die Moral des Ganzen? Was auch immer schief gehen mag, mit einer machbaren Idee im Gepäck darf man sich niemals aufhalten lassen. In diesem Besprechungsraum der Deutschen Bahn ist heute aus einer „harmlosen Idee über Pizza und Bier“ ein ernst zu nehmendes Startup geworden.

Genau das sind die Tage, die einem immer in Erinnerung bleiben werden und es werden wahrscheinlich nicht die letzten Tage dieser Art gewesen sein.

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