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Monatsarchiv für September 2009

Die EU will City-Maut vorantreiben

Mittwoch, den 30. September 2009

Die City-Maut will die Kommission der Europäischen Union zwar nicht verpflichtend verordnen, aber einen „Rechtsrahmen“ schaffen, um die Einführung für die Mitgliedstaaten zu erleichtern. Mit dem sogenannten „Aktionsplan zur Mobilität“ kündigt die Kommission deshalb mehr Engagement im Gebiet der City-Maut an. Eine Studie soll vor allem Informationen zu verschiedenen Preismodellen und der Effektivität liefern und vor allem die „öffentliche Akzeptanz“ und „Auswirkungen auf die Umwelt“ überprüfen, wie das Internetportal von tagblatt.de berichtet. Genauer gesagt, will die Europäische Union damit die Kommunen in Deutschland langfristig dazu ermutigen, die City-Maut einzuführen oder diese zumindest als mögliches Instrument zur Verringerung des innerstädtischen Verkehrs anzuerkennen.

In Deutschland ist die Diskussion im Zuge der europäischen Luftreinhaltevorschriften bereits seit vielen Jahren in Gange. Um den Feinstaub und die Stickstoffdioxide in Großstädten möglichst gering zu halten, hat man sich in Deutschland allerdings bereits gegen die City-Maut und für das Modell der Umweltzonen entschieden. So sprachen sich auch im Bundestagswahlkampf wieder nahezu alle Parteienvertreter gegen eine PKW- bzw. City-Maut aus.

Wie der MittelstandsBlog schon im Juni 2009 berichtete, sehe die Bundesregierung keine ausreichende Lösung des innerstädtischen Verkehrsproblems durch die Einführung einer City-Maut. Die Zuständigkeit wurde damals offiziell den Bundesländern selbst zugesprochen. Die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stärkte diese Entscheidung gegen eine City-Maut vergangene Woche im Nachrichtenportal morgenweb.de noch einmal: “Wenn die Leute dann zu entfernteren Einkaufszentren fahren, ist der Umwelt auch nicht geholfen.”

Auch ein Kommentar auf finanznachrichten.de stellt die Frage in den Raum, ob ausgerechnet die Europäische Kommission die Frage einer City-Maut klären kann und soll. So könne man Städte mit einem gut ausgebauten U- und S-Bahn-Netz nicht auf eine Ebene mit weniger ausgebauten Städten Europas vergleichen.

Dennoch ist das Modell der City-Maut in der Europäischen Gemeinschaft nicht unbeliebt: So sind für Fahrten in die Innenstadt von London 12 Euro pro Tag und in Oslo bereits seit Mitte der 1980er Jahre 2,20 Euro täglich fällig. Der Cityreiseblog hat dazu eine Übersicht erstellt, in welchen europäischen Innenstädten eine City-Maut zu zahlen ist und was Urlauber dort beachten müssen.

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Der Bundestagswahl-Verkehrs-Check

Freitag, den 25. September 2009

Nur noch wenige Stunden bis zur Bundestagswahl. Die Parteien buhlen um die letzten Stimmen und hoffen auf eine rege Wahlbeteiligung. VerkehrsmittelVergleich.de testet die Parteiprogramme der fünf großen deutschen Parteien im Bundestagswahl-Verkehrs-Check. In allen Wahlprogrammen sind Aussagen zum Thema Verkehr vorhanden. Allerdings werden Bereiche wie Elektromobilität, Tempolimit, Entfernungspauschale und Bahnprivatisierung teilweise sehr unterschiedlich ausgeführt.

Der Bundestagswahl-Verkehrs-Check:

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Das Portal von verkehrsrundschau.de hat kurz vor der Bundestagswahl die fünf verkehrspolitischen Sprecher der großen Parteien in Deutschland interviewt. Die Verkehrspolitiker von CDU/CSU, SPD, FDP, Grünen und Linken sprechen dabei über ihre Konzepte für die kommenden vier Jahre.

Alle Fraktionen haben also zumindest Zukunftspläne für den Verkehrssektor – dennoch kritisiert der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) auf seinem Blog, dass keine Partei die nachhaltige Mobilität im Wahlkampf ernsthaft angegangen sei. Konkret wirft der Bundesverband der Großen Koalition vor, dass sie zwar mit der Abwrackprämie und der Förderung von Elektroautos auf Stimmenfang gegangen sei. Aber greifbare Maßnahmen, zum Beispiel den CO2-Ausstoß in Deutschland zu verringern, habe es in den letzten Wochen und Monaten nicht gegeben.

wahl-auto-matWer sich ausführlicher mit den verkehrspolitischen Themen der deutschen Parteien befassen will, dem sei der „Wahl-Auto-Mat“ von motor-talk.de empfohlen. Diese Wahlhilfe stellt 19 Aussagen zum Thema Verkehr vor, die mit Zustimmung, Ablehnung oder einer neutralen Einstellung bewertet werden müssen. Schließlich erhält man eine Übersicht, welche Partei die individuelle Meinung des Nutzers am ehesten vertritt.

Für ein gesamtpolitisches Bild gibt es den mittlerweile schon bewehrten „Wahl-O-Mat“ der Bundeszentrale für politische Bildung. Auch hier müssen 38 Aussagen zu sämtlichen Themen der deutschen Politik bewertet werden. Am Ende erhält man eine Auswahl von 24 Parteien und eine ausführliche Übersicht der individuellen Überschneidungen.

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Halbzeit der IAA: Elektroautos auf dem Vormarsch

Mittwoch, den 23. September 2009

Die Elektroautos stehen im Mittelpunkt der 63. Internationalen Automobil-Ausstellung IAA in Frankfurt am Main. Unter dem Motto „Erleben, was bewegt“ können die Besucher seit dem 19. September von allen Herstellern Elektroautos in verschiedensten Formen erleben. Die krisengeschüttelte Autoindustrie versucht damit neue Impulse zu setzen – auch wenn sich fast 30 Prozent weniger Aussteller als bei der letzten Schau vor zwei Jahren präsentieren.

IAA Werbespot

Der offizielle TV-Spot zur Internationalen Automobil-Ausstellung ist mit „Auto – Deutschland kommt ins Autofieber“ betitelt. Ein Video von 37 Sekunden mit nur einem einzigen Wort.

Elektroautos in allen Farben und Formen. Die diesjährige Internationale Automobil-Ausstellung wird wohl als „grüne Messe“ in die Geschichte eingehen. Jedes Unternehmen präsentiert ihr eigenes Konzept und stellt ihre Autos einer umweltfreundlichen Zukunft vor. Doch der Umweltschutz hat einen Haken: Die Elektroautos kann man noch nicht kaufen. Der Serienstart der ausgestellten Kleinwagen, Limousinen, Familientransporter und sogar Sportwagen lässt noch lange auf sich warten. Das Ziel: In zehn Jahren sollen eine Millionen Elektroautos auf deutschen Straßen unterwegs sein. Ab 2012 soll es finanzielle Anreize für die Käufer der ersten 100 000 Elektroautos geben. Damit würden die Elektroautos im Jahr 2020 allerdings nicht einmal zwei Prozent der deutschen PKW`s ausmachen.

Genau das macht die Deutsche Umwelthilfe (DUH) nun der Automobilbranche zum Vorwurf: „Elektroautos sind ein Forschungsthema, aber wir werden noch viele Jahre brauchen, bis die Batterien bezahlbar sind und große Reichweite haben“, sagte Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH. Und das, obwohl die Verbraucher an sparsamen und klimafreundlichen Autos interessiert wären. Laut einer Umfrage des Bundesverbands der Verbraucherzentralen und des Verkehrsclubs Deutschland würden sich 40 Prozent der Befragten ein Auto mit geringem Verbrauch kaufen. Abschreckend sind für knapp 60 Prozent allerdings die hohen Preise der Elektroautos.

Wer im Bereich der Elektroautos, Stromtankstellenund Elektromobilität auf dem Laufenden bleiben will, kann über den Twitter-Account von „Autostromer“ aktuelle Kurznachrichten erhalten. Ausführlichere Informationen und Berichte bietet der dazugehörige Weblog von AUTOSTROMER.de.

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Mit einem Rundgang durch die 63. Internationale Automobil-Ausstellung, bietet Peter Pisecker, Chefredakteur des Magazins auto touring, einen Überblick der Elektroautos.

Aktuelle Informationen und Hintergrundberichte zur Internationalen Automobil-Ausstellung gibt es auf dem offiziellen Blog der IAA. Die IAA ist noch bis zum 27. September geöffnet.

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Venture Capital Finanzierung für VerkehrsmittelVergleich.de

Sonntag, den 20. September 2009

Wir freuen uns, heute mitteilen zu können, dass wir mit der VerkehrsmittelVergleich.de GmbH unsere zweite Finanzierungsrunde erfolgreich abschlossen haben. Es handelt sich hierbei um eine Venture Capital Finanzierung im hohen sechsstelligen Bereich durch den in Aachen ansässigen Seed Fonds für die Region Aachen GmbH & Co. KG (SeedFonds Aachen).

„Die VerkehrsmittelVergleich.de GmbH als Spin-off der RWTH Aachen konnte uns mit ihrer sehr weit entwickelten Technologie, den ersten viel versprechende Marktzahlen sowie durch das erfahrene und ambitionierte Gründerteam und dahinter stehenden Business Angels überzeugen. Damit ergänzt die VerkehrsmittelVergleich.de GmbH hervorragend unser bisheriges Portfolio“, begründete Harald Heidemann, Geschäftsführer des SeedFonds Aachen, die Entscheidung.

Das frische Kapital soll nun hauptsächlich für den weiterern erfolgreichen, schnellen Markteintritt, den Ausbau der Suchtechnologie, zusätzliche Funktionalitäten sowie für die Internationalisierung eingesetzt werden

Der „Seed Fonds für die Region Aachen GmbH & Co. KG“ ist einer von sechs regionalen Gründerfonds, die die NRW.BANK mit regionalen Beteiligungspartnern in Nordrhein-Westfalen umsetzt. Der SeedFonds Aachen stellt jungen, technologieorientierten Unternehmen in der Gründungsphase das notwendige Eigenkapital langfristig zur Verfügung. Hinter der operativen Führung des Fonds (FM Fonds-Management für die Region Aachen Beteiligungs-GmbH) stehen die Beteiligungsexperten der S-UBG AG. Die Beteiligungsgesellschaft der Sparkassen im Raum Aachen, Krefeld und Mönchengladbach blickt auf 20-jährige Erfahrung in der Finanzierung von mittelständischen Unternehmen und technologieorientierten Start-ups zurück. Weitere Informationen: www.seedfonds-aachen.de; www.s-ubg.de.

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Der Oktoberfest-Anreise-Check

Montag, den 7. September 2009

Vom 19. September bis 04. Oktober steht München wieder Kopf:  Aus der ganzen Welt reisen zum Oktoberfest jedes Jahr über sechs Millionen Besucher an – die rund 70 000 Liter Bier und 520 Brathendl verzehren. Der Oktoberfest-Anreise-Check zeigt, wie man am schnellsten und einfachsten zur Münchner „Theresienwiese“ kommt. Zwei Drittel aller Besucher nutzen in der Regel den stressfreiesten Weg zum Oktoberfest: die Öffentlichen Verkehrsmittel. Der Münchner Verkehrsverbund rechnet mit 500 000 zusätzlichen Fahrgästen – täglich.

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Ein Übersichtsplan aller S- und U-Bahnlinien in München steht hier im Download bereit: Verkehrsnetz München.

Zwar wird die Taktfrequenz zur Wiesnzeit erhöht, zu den Stoßzeiten werden die naheliegenden S- und U-Bahnen dennoch überfüllt sein. Deshalb ein Tipp: Die Station „Theresienwiese“ liegt zwar nahe am Gelände des Oktoberfestes, desto größer ist dort allerdings auch der Andrang. Ein kleiner Überblick aller Öffentlichen Verkehrsmittel zeigt die Alternativen.

U-Bahn:

U3 oder U6 bis Goetheplatz und Poccistraße

U4 oder U5 bis Theresienwiese oder Schwanthalerhöhe

S-Bahn:

S1 bis S8 zur Hackerbrücke

S7, S20 und S27 bis Heimeranplatz, weiter mit U4 oder U5 bis Theresienwiese oder Schwanthalerhöhe

Tram:

Linie 18 oder 19 bis Haltestelle Holzapfelstraße bzw. Hermann-Lingg-Straße

Bus:

MetroBus-Linie 52 bis Haltestelle Schwanthalerhöhe

MetroBus-Linie 58 bis Haltestelle Georg-Hirth-Platz oder Goetheplatz

StadtBus-Linie 131 oder 132 bis Haltestelle Hans-Fischer-Straße oder Poccistraße

Stadt-Bus-Linie 134 bis Haltestelle Theresienhöhe oder Alter Messeplatz

Informationen zu sämtlichen Tarifsparangeboten des Münchner Verkehrsverbunds gibt es auf der offiziellen Seite des Oktoberfestes.

Wer dennoch mit dem Auto anreisen will oder muss: Am Oktoberfest selbst gibt es keinen Besucherparkplatz. Es befinden sich aber zahlreiche Park & Ride-Plätze in und um München. Garching-Süd (U6), Fröttmaning (U6, Parkhaus mit 1200 PKW- und 80 Busstellplätzen), Kieferngarten (U6, Parkhaus), Studentenstadt (U6), Klinikum Großhadern (U6), Neuperlach-Süd (U5), Michaelibad (U5), Innsbrucker Ring (U5, U2, Parkhaus), Fürstenried West (U3, Parkhaus), Candid- und Mangfallplatz (U1).

Für deutschlandweite Anreisen hat der Verein Mobil in Deutschland hat den Oktoberfest Routencheck 2009 veröffentlicht, in dem Auto-, Flieger- oder Bahnrouten nach München finanziell miteinander verglichen werden. Dort wurden Fahrten und Flüge von Hamburg, Berlin, Köln, Hannover, Leipzig oder Frankfurt nach München für Singles und Paare getestet. Eine einfache Möglichkeit, die Anreise aus ganz Deutschland mit verschiedenen Verkehrsmitteln zu  vergleichen, bietet das Angebot von VerkehrsmittelVergleich.de.

Informationen über das Oktoberfest allgemein finden Sie unter www.oktoberfest.de.

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Deutschlands Bahnhöfe des Jahres 2009 gekürt

Donnerstag, den 3. September 2009

Deutschlands Bahnhöfe 2009 stehen fest – die Allianz pro Schiene hat die Sieger prämiert: Erfurt und Uelzen. Eine fünfköpfige Jury kürte die kundenfreundlichsten Bahnhöfe Deutschlands. In der Kategorie „Großstadtbahnhof“ fiel die Wahl auf den gerade rundum modernisierten Erfurter Hauptbahnhof. Er sei sofort von den Erfurtern als lebendiger Treffpunkt im Herzen der Stadt angenommen worden, so die Jury. In der Kategorie „Kleinstadtbahnhof“ konnte sich Uelzen durch das von Friedensreich Hundertwasser neu gestaltete Bahnhofsgebäude durchsetzen.

„Wenn ein Bahnhof nicht mehr ein Ort ist, von dem man möglichst schnell weg will, dann ist das ein starkes Indiz für Preiswürdigkeit“, sagte Dirk Flege, der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene. Einfach haben sich die Tester die Verleihung aber dennoch nicht gemacht. Anhand einer vorgegebenen Kriterienliste  kürt eine Jury seit 2004 jährlich den besten Großstadt- und Kleinstadtbahnhof Deutschlands. Begleitet von einem Kamerateam, erklärt ein Bahnhofstester in einem Film seine Arbeit.

Die bisherigen „Bahnhöfe Deutschlands“ waren:

  • 2008: Karlsruhe und Schwerin
  • 2007: Berlin Hauptbahnhof und Landsberg am Lech
  • 2006: Hamburg Dammtor und Oberstdorf
  • 2005: Mannheim und Weimar
  • 2004: Hannover und Lübben

Die jahrelangen Modernisierungsarbeiten am Erfurter Bahnhof haben sich gelohnt. Von 2002 bis 2008 machte das Gebäude eine Verwandlung hin zum historisch modernen Stil durch: Eine wilhelminische Fassade, überwölbt von einer meisterlichen Glaskonstruktion, durch die helles Tageslicht in den Bahnhof strahlt. Das Resultat: Bahnhof des Jahres in der Kategorie „Großstadtbahnhof“.

uelzenAuch in der niedersächsischen Heidestadt Uelzen begeisterten vor allem die Renovierungsarbeiten. „Kunst und Kundenfreundlichkeit geht in Uelzen Hand in Hand“, lobte die Jury. Der Wiener Architekt Friedensreich Hundertwasser gestaltete das gesamte Bahnhofsgebäude zu einem einzigen großen Kunstwerk um. So konnte Uelzen sogar beim berüchtigten Testpunkt „Bahnhofstoilette“ punkten: Die mosaikverzierten Kunstklos mit runden Waschbecken sind ebenso schön wie sauber. Ein sechsminütiger Videorundgang bietet einen Einblick in den Bahnhof des Jahres 2009.

ubbAußerdem erhielt die Usedomer Bäderbahn UBB einen Sonderpreis für das ansprechende Gesamtbild aller 11 Bahnhöfe und 17 Haltestellen. Vor allem die Barrierefreiheit, mit der die UBB auf ihre Kunden zugeht, habe die Jury begeistert. Wie die Bäderbahn über die Insel fährt, zeigt ein Video auf YouTube.

Die Allianz pro Schiene ist das Bündnis in Deutschland zur Förderung des umweltfreundlichen und sicheren Schienenverkehrs. Unterstützt wird das Schienenbündnis von 93 Unternehmen der Bahnbranche. Die 5-köpfige Jury setzte sich aus Verkehrsexperten der Allianz pro Schiene, Pro Bahn, dem Deutschen Bahnkunden-Verband (DBV), dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) und dem Autoclub Europa (ACE) zusammen. In unangemeldeten Besuchen wurden die Bahnhöfe in den vergangenen Monaten aus der Sicht der Kunden getestet.

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Fahrerlose U-Bahn in Nürnberg auf Erfolgsspur

Dienstag, den 1. September 2009
ubahn

Quelle: Welzel Konrad

Die erste deutsche vollautomatische U-Bahn blickt auf ein erfolgreiches erstes Jahr zurück und macht den Weg frei für weitere „Geisterbahnen“. Ab Herbst soll das zweite Automatik-System die Linie der U2 durch fahrerlose Wagen ersetzen. Die zuständige Verkehr-Aktiengesellschaft (VAG) hat das gesamte System im August noch einmal auf Herz und Nieren überprüft. In den Nachtstunden waren die automatischen Züge zu Testfahrten unterwegs. Zwischen dem regulären Verkehr zwar, aber noch ohne Fahrgäste – eine echte „Geisterbahn“ eben.

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Wie beängstigend anders und gespenstisch die fahrerlose U-Bahn für Neulinge tatsächlich wirken mag, zeigt ein Video der Linie U3 auf YouTube.

 

Dennoch hat sich die Umstellung bewährt und auch die Nürnberger haben sich mit der Automatikbahn angefreundet:

  • Julia, 18, Schülerin: „Die Geisterbahn ist doch richtig cool. Ich bin stolz, dass wir so etwas in Nürnberg haben. Da macht U-Bahnfahren wieder Spaß. Manchmal fahr ich sogar extra Umwege, nur damit ich mit der U3 fahren kann.“
  • Helmut, 42, Hausmeister: „Anfangs war es zwar sehr ungewohnt, mittlerweile gehört es aber zum Alltag dazu. Für uns ist es nichts Ungewöhnliches mehr.“
  • Stephanie, 34, Hausfrau: „Für mich ist das überhaupt kein Problem. Im Gegenteil: Meine beiden Kinder finden es toll, wenn sie direkt vorne an der Scheibe stehen können. Da sitzt ja sonst immer ein Fahrer mit seiner Kabine im Weg.“

Zur Einweihung der fahrerlosen U-Bahn-Linie im vergangenen Jahr hat die fränkische „Frankenbänd“ eigens ein Lied geschrieben: „Kumm steig ei, mir fohrn mit der U3 … des wird a Spaß“, singen sie voller Begeisterung – zu sehen und hören: HIER.

Für die Linie U2 fehlt jetzt nur noch das grüne Licht der Technischen Aufsichtsbehörde und der Gutachter. Ab Herbst soll schließlich der Fahrgastbetrieb starten und den Nürnberger Südwesten mit dem im Norden gelegenen Flughafen fahrerlos verbinden. Während der mehrwöchigen Übergangsphase wird  es einen Mischbetrieb zwischen fahrerlosen und normalen Zügen geben. Das ist weltweit einmalig – allerdings auf dieser vielbefahrenen Strecke anders auch nicht zu realisieren.

Auch in anderen europäischen Städten wie Paris, Turin, Lyon oder Lille gibt es bereits fahrerlose U-Bahnen, allerdings auf vom übrigen Netz abgetrennten Trassen. Nach dem erfolgreichen ersten Jahr ist jetzt auch klar, was mit den nun arbeitslosen Fahrern passiert: Sie sollen laut VAG im Service- und Überwachungsbereich eingesetzt werden.

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