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Monatsarchiv für Oktober 2009

Das sicherste Verkehrsmittel: Flugzeug, Bahn oder doch PKW?

Mittwoch, den 28. Oktober 2009

Die Bahn ist das sicherste Verkehrsmittel in Deutschland. Das statistische Bundesamt hat auf ihrer Webseite die Beförderungsstatistik in Deutschland für das Jahr 2008 veröffentlicht. Demnach ist die Nutzung der Verkehrsmittel folgendermaßen verteilt:

  • Flugzeug: 160 Millionen pro Jahr
  • Bahn: 2,2 Milliarden pro Jahr
  • PKW: 55 Milliarden pro Jahr

Das ergibt ein Verhältnis von 1:14:343 Passagieren. Um nun das sicherste Verkehrsmittel zu finden, können vom “Stern” veröffentlichte Zahlen der Europäischen Union herangezogen werden. Diese besagen, dass die Bahn auf 0,2 Unfalltote pro einer Milliarde gefahrenen Personenkilometer (MGP) kommt. Beim Flugzeug liegt der Wert bei 0,4 und beim PKW bei 6. Als das sicherste Verkehrsmittel gilt deshalb die Bahn. Übrigens liegt der MGP-Wert für Motorradfahrer bei 45, für Fußgänger bei 38 und für Fahrradfahrern bei 30.

Andere Werte, dennoch das gleiche Ergebnis, verkündet die Allianz pro Schiene auf ihrer Webseite. Auch dort gilt die Bahn als das sicherste Verkehrsmittel in Deutschland. 47-mal sicherer, als das Auto sei sie. Mit 0,04 getöteten Reisenden pro Milliarde Personen-Kilometer ist die Schiene auch hier mit Abstand das sicherste Verkehrsmittel. Im öffentlichen Straßenverkehr liegt die Zahl pro Milliarde Personen-Kilometer bei 3,02 Getöteten.

Eine genauere Betrachtung über das sicherste Verkehrsmittel, hat das Statistische Bundesamt Deutschland zuletzt lediglich für den Straßenverkehr veröffentlicht. So gab es alleine im ersten Halbjahr 2009 auf den deutschen Straßen rund 11 Prozent weniger Tote, was einer Zahl von insgesamt 1 955 getöteten Verkehrsteilnehmern entspricht. Das sind 245 Personen weniger als im gleichen Zeitraum 2008 – eine Entwicklung, die sich bereits seit den vergangenen Jahren so fortsetzt. Auch die Zahl der Personen, die bei Straßenverkehrsunfällen schwer- oder leichtverletzt wurden, ist auf rund 184 600 gesunken (minus 6,5 Prozent). Insgesamt musste die Polizei im ersten Halbjahr dieses Jahres 1,1 Millionen Straßenverkehrsunfälle aufnehmen.

sicherste_verkehrsmittelZurück bei der Suche nach dem sichersten Verkehrsmittel, hat die Pro7-Sendung Galileo ein anderes Verkehrsmittel ausgemacht: Das Flugzeug. Im Galileo-Podcast, wird diese Entscheidung allerdings ausschließlich mit der Gesamttodeszahl der Verkehrsteilnehmer begründet. Tipp aus dem 100-Sekunden-Beitrag: Im Flugzeug selbst zählt der Bereich der Tragflächen und der Notausgänge zu den sichersten Orten.

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iPhone lenkt Auto fern

Montag, den 26. Oktober 2009

Man sperre ein iPhone, ein Auto und Studierende in einen Raum und gebe ihnen Zeit - viel Zeit. Heraus kommt tatsächlich eine bahnbrechende Entwicklung: Ein ferngesteuertes Auto, das über ein iPhone gelenkt wird. Die Informatik Studierenden der Freien Universität (FU) Berlin haben einen Dodge Caravan so umgebaut, dass sie ein handelsübliche iPhone als eine Art Joystick für den PKW verwenden können. Unbemannt gibt das Auto Gas, fährt Kurven und bremst wieder. Fürs Rechtsfahren reicht es aus, das iPhone in der Hand zu kippen. Der Prototyp des sogenannten „iDrivers“ wurde nun auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof vorgestellt. „Spirit of Berlin“ wird er genannt und soll das Auto der Zukunft sein. Dabei war auch den Verantwortlichen lange nicht klar, wie fortschrittlich ihre Entwicklung tatsächlich ist. „Diese Anwendung haben wir nur so aus Spaß entwickelt“, erzählt Miao Wang, Doktorand und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Informatik der FU Berlin, auf dem Webportal von AUTO BILD.

Die Handhabung des Autos ist kinderleicht. Will man nach rechts, einfach das iPhone nach rechts drehen. Drückt der „iDriver“ auf den Gasknopf, beschleunigt auch der Wagen. Der Fahrer selbst sitzt nicht mehr auf dem Fahrersitz, sondern lenkt das Auto ausschließlich über das iPhone. Egal ob von der Rücksitzbank oder von außerhalb des Autos.

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Die Berliner Studierenden haben ein Video von der Präsentation des per iPhone gesteuerten Autos online gestellt. Es zeigt, wie leicht die Lenkung mit dem iPhone tatsächlich ist.

 

Mit dem iPhone werden die Befehle über Funk an den Bordrechner des Fahrzeugs übertragen. Drei Elektromotoren sind dann jeweils getrennt für Lenkung, Bremse und Gaspedal zuständig. Damit der „Fahrer“ auch den gewohnten Blick aus dem Auto heraus hat, sind an der Frontscheibe des Wagens zwei Kameras montiert. Auch das Videosignal wird direkt aufs iPhone übertragen. Projektleiter Raul Rojas, Professur für Informatik an der Freien Universität Berlin, erklärt, dass das Auto dadurch selbstständig Straßenmarkierungen erkennt und in der Spur hält. Laserbasierte Abstandssensoren und GPS sorgen so für eine unfallfreie Fahrt. Gerade die einfache Handhabung und Steuerung über das handelsübliche iPhone machen das vorgestellte Model zum Auto der Zukunft.

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Stau-Prognose: Herbstferien sorgen für volle Straßen

Mittwoch, den 21. Oktober 2009

Am Wochenende vom 23. bis 25. Oktober werden die Herbsturlauber von 12 Bundesländern in ganz Deutschland für volle Straßen sorgen. In zehn Ländern enden die Herbstferien oder gehen in die zweite Woche; in Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg beginnen die Herbstferien. Auf allen wichtigen Reiserouten Deutschlands muss deshalb mit zäh fließendem Verkehr und Staus gerechnet werden. Vor allem die Verbindungen zur Nord- und Ostseeküste und zu den Wandergebieten der Mittelgebirge und der Alpen gelten als besonders anfällig für Belastungen während der Hauptreisezeit in den Herbstferien.

Der ADAC hat deshalb eine Warnliste der zu erwartenden Staustrecken für das Wochenende herausgegeben. Stau ist am kommenden Herbstferien Wochenende wie folgt zu erwarten:

  • Fernstraßen von und zur Nord- und Ostsee
  • A 1 / A7  Großraum Hamburg
  • A 1 Lübeck – Hamburg – Köln
  • A 2 Hannover – Dortmund
  • A 3 Nürnberg – Würzburg – Frankfurt
  • A 5 Frankfurt – Karlsruhe – Basel
  • A 6 Mannheim – Heilbronn – Nürnberg
  • A 7 Hamburg – Hannover und Würzburg – Kempten
  • A 8 Karlsruhe – Stuttgart – München – Salzburg
  • A 9 Nürnberg – München
  • A 61 Ludwigshafen – Koblenz – Mönchengladbach
  • A 93 Inntaldreieck – Kufstein
  • A 95 München – Garmisch-Partenkirchen
  • A 99 Münchner Umfahrung

Außerdem gibt es zwei geplante Vollsperrungen: Die A 13 Schönefelder Kreuz – Dresden in beiden Richtungen (SA 22:00 Uhr bis SO 08:00 Uhr) und die A 30 Rheine Richtung Osnabrück zwischen Hasbergen-Gaste und Osnabrück-Hellern (SA 07:00 Uhr bis SO 18:00 Uhr).

winterreifentestEntsprechend der Jahreszeit müssen Autofahrer zusätzlich auch witterungsbedingte Behinderungen auf dem gesamten Straßennetz einzukalkulieren. Der ADAC hat bereits vor den Herbstferien reagiert und ein Video zum aktuellen Winterreifen-Test veröffentlicht.

Wer dennoch einen Stau nicht vermeiden kann; für den hat das Webportal ZEHN.DE die zehn besten Tipps gegen Stau-Stress zusammengestellt: gute Vorbereitung, genügend Getränke, aktuelle Verkehrsnachrichten verfolgen, gutes Navigationssystem, entspannte Musik, Zeit einplanen, Kinder beschäftigen, lässiger Fahrstil, Eimer für das kleine Geschäft und Auto auf den Zug. Ausführlichere Informationen zu jedem einzelnen Aspekt gibt es auf der Webseite von ZEHN.DE.

Wir wünschen eine staufreie Fahrt durch die Herbstferien.

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Verschwendung der Steuergelder im Bereich Verkehr

Montag, den 19. Oktober 2009
Screenshot steuerzahler.de

Screenshot steuerzahler.de

Das Schwarzbuch 2009 deckt auf, wo in Deutschland die Verschwendung der Steuergelder im vergangenen Jahr am größten war. Die Schuldenuhr der Bundesrepublik tickt und tickt. Jede Sekunde wächst der Schuldenberg um weitere 4 439 Euro an. Doch sorgsam umgegangen wird mit den Steuergeldern trotzdem nicht. Deshalb veröffentlicht der Bund der Steuerzahler e.V. jedes Jahr das sogenannte Schwarzbuch. Auch im Bereich Verkehr gab es nahezu unglaubliche Verschwendungen der Steuergelder: Ein Luxuswanderweg für Kröten, eine überdimensionierte Fußgängerbrücke und ein stillgelegter neuer Bahnsteig.

Luxuswanderweg für Kröten

Die Stadt Rostock hat für eine 100 Meter lange Kröten-Wanderstrecke 100 000 Euro bezahlt. Naturschützer mögen sich freuen. Manche. Denn auf den zweiten Blick wird deutlich, dass Frösche, Kröten und Molche nun auf einem Luxuswanderweg durch die Natur reisen. Verschwendung der Steuergelder auf hohem Niveau. Der sogenannte „Amphibien-Leit-Korridor“ befindet sich auf dem bei Touristen beliebten Parkplatz Wilhelmshöhe. Baumfällungen, ein eigener Holzzaun für die Kröten, eine verzinkte Stahlblechummantelung und eine umfangreiche Neuanlegung des Parkplatzes waren nötig. Die Alternative, ein kostengünstiger Tunnel, kam für die Stadt nicht in Frage: Darin wäre die Luft für die Kröten zu schlecht.

Eine teurere Brücke, die weniger kostet?

Doppelt hält besser. Das dachte sich wohl auch die Stadt Herford. Hier gibt es gleich zwei Sinnbilder für die Verschwendung der Steuergelder: Eine überdimensionierte Fußgänger- und Radfahrerbrücke und einen unnötigen Aussichtssteg. 100 000 Euro kostete der Steg, der einen Blick auf den Zusammenfluss des Stadtgrabens und der Aa verspricht. Eine Aussicht, die bisher bestens vom Wall rund um Herford zu sehen war. Die Steuergelder für den Aussichtssteg wurden deshalb vollständig aus dem Fenster geworfen. Weniger eindeutig ist der Fall der Fußgänger- und Radfahrerbrücke. Diese wurde von den Bürgerinnen und Bürgern gewünscht und  erbaut. Merkwürdig scheint zunächst nur, dass der 900 000 Euro teure Übergang ganze drei Meter breit ist. Die Begründung der Stadt klärt allerdings auf. Denn für eine kleinere und vor allem kostengünstigere Brücke, hätte sie keine Zuschüsse vom Land bekommen und damit selbst die alleinigen Kosten tragen müssen. Gedeckt und verschwendet werden die 900 000 dennoch aus dem Topf der Steuergelder.

Neuer Bahnsteig genießt die Ruhe

Zu den wichtigsten Eisenbahnstrecken in Schleswig-Holstein gehört die Verbindung zwischen Kiel und Lübeck. Bereits 2002 wurde der Bahnhof Raisdorf in der Stadt Schwentinental für 3,2 Millionen Euro modernisiert und ausgebaut. Unter anderem wurde ein neuer Bahnsteig errichtet. Auf 220 Metern Länge könnten seitdem Züge mit bis zu acht Waggons halten. Doch schnell stellte sich heraus, dass die Lokführer durch den engen Kurvenradius des Bahnhofs gar nicht alle Waggontüren einsehen können. Eine Abfertigung für lange Züge wurde damit unmöglich. Einzige Möglichkeit: Die Deutsche Bahn investiert in eine Kameraanlage, durch die der Lokführer sämtliche Waggons überblicken kann. Doch dafür sieht die Bahn mittlerweile keine Notwendigkeit mehr. Im benachbarten Kieler Stadtteil Elmschenhagen wird schon 2010 ein neuer Kreuzungsbahnhof eröffnet. Das neue Gleis in Raisdorf wird damit überhaupt nicht mehr genutzt. Auch hier gilt: Steuergelder pfutsch.

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Kundenverbände wehren sich gegen Preiserhöhungen der Deutschen Bahn

Freitag, den 9. Oktober 2009

Bahnfahren wird teurer – und jährlich grüßt das Murmeltier. Wie jedes Jahr gibt es wieder Preiserhöhungen bei der Deutschen Bahn.  Zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember müssen die Kunden im Nah- als auch im Fernverkehr künftig im Schnitt 1,8 Prozent mehr bezahlen. Vorstandsmitglied der Deutschen Bahn Ulrich Homburg begründete die „moderate, kontinuierliche Anpassung“  mit den gestiegenen Personalkosten. Die tariflichen Einkommen der Bahnbeschäftigten erhöhten sich für 2009 und 2010 um insgesamt 4,5 Prozent, die wieder ausgeglichen werden müssten, erklärte Homburg am Dienstag.

Der Verkehrsclub Deutschland fordert auf seinem Blog zum Verbraucherschutz und Verkehr bessere Qualität und einen höheren Kundenservice, anstatt die Preise zu steigern. Der Bundesvorsitzende Michael Gehrmann äußerte sich öffentlich dagegen und fordert eine Rücknahme der geplanten Preisänderungen: „Das in den vergangenen Jahren genutzte Argument der gestiegenen Energiepreise kann diesmal nicht als Vorwand herhalten.“ Auf der offiziellen Webseite verkündet der Verbraucherverband, dass die Privatisierung der Bahn eine Lösung des Problems sei. Demnach müssen Netz und Transport voneinander getrennt werden und die Netze strenge reguliert werden.

Auch Karl-Peter Neumann vom Verbraucherportal Pro Bahn kritisierte die Preiserhöhung: „Das sind Peanuts, die man hätte besser lassen sollen.“ Er befürchte, dass die Kunden trotz der vergleichsweise niedrig ausfallenden Preiserhöhung immer mehr frustriert seien vom Unternehmen Deutsche Bahn.

Konkrete Beispiele der Preiserhöhung ab dem 13. Dezember 2009 (einfache Fahrt im ICE, 2. Klasse):

  • Stuttgart nach München: 53 Euro (vorher 52)
  • München nach Dortmund: 129 (vorher 127)
  • Frankfurt am Main nach Mannheim: 26 Euro (vorher 25.50)
  • Berlin nach Frankfurt am Main: 113 Euro (vorher 111)
  • Nürnberg nach Berlin: 90 Euro (vorher 89)

Die Leidtragenden der Preiserhöhung sind die Stammkunden, die mit der Bahncard 50 oder Bahncard 100 reisen. Der Preis für eine Bahncard 50 (mit der 50 Prozent Rabatt auf den Fahrpreis erstattet werden) steigt ab dem 13. Dezember um fünf auf 230 Euro in der Zweiten und um zehn auf 460 Euro in der Ersten Klasse. Die Bahncard 100 wird um 4,1 Prozent teurer und steigt damit um 150 Euro auf 3800 Euro. Lediglich bei der Bahncard 25 gibt es keine Preiserhöhung, sie kostet weiterhin 57 Euro in der Zweiten und 114 Euro in der Ersten Klasse.

Deutlich teurer werden die Platzreservierungen im Fernverkehr, denn ihre Preise steigen um jeweils 50 Cent. Am Automaten oder im Internet erhöht sich der Preis auf 2,50 Euro und im Reisezentrum der Deutschen Bahn oder einer telefonischen Bestellung fallen neuerdings 4,50 Euro an. Diese überdurchschnittliche Preiserhöhung um 25 Prozent begründet Ulrich Homburg damit, dass viele Reisende Plätze in verschiedenen Zügen reservieren würden. Hier wolle man gegensteuern.

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Demonstrationen für ein Sozialticket

Donnerstag, den 8. Oktober 2009

logoDie Einführung eines Sozialtickets – das fordert das Bündnis Sozialticket der Metropolregion Nürnberg, Fürth und Erlangen. „Gerade jetzt, in der Wirtschaftskrise, ist für viele Menschen Mobilität unverzichtbar, um den Alltag zu meistern. Der Ausschluss bestimmter Bevölkerungsgruppen von der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ist deshalb ein Skandal und muss sofort beendet werden“, fordert Christian Hartmann, Sprecher des Bündnis Sozialticket, im Gespräch mit VerkehrsmittelVergleich.de.

Kurzfristig fordern die Aktivisten drastische Vergünstigungen der Tarife des öffentlichen Nahverkehrs für arme oder von Armut bedrohte Menschen. Mittelfristig fordern sie aus sozialen und ökologischen Gründen sogar einen Nulltarif für betroffene Personen. Das Bündnis Sozialticket geht nach eigenen Untersuchungen davon aus, dass ein Sozialticket für einen Preis von monatlich 11,23 Euro sofort für die örtlichen Tarifzonen 100 und 200 realisierbar wäre. Um dieses Vorhaben weiter voranzutreiben, gehen die Aktivisten am Samstag, den 10. Oktober, auf die Straße. An drei Orten finden Demonstrationen für ein Sozialticket statt:

  • Nürnberg: 12 Uhr an der Lorenzkirche
  • Erlangen: 12 Uhr am Rathausplatz
  • Fürth: 14 Uhr am Hauptbahnhof

Keine soziale Ausgrenzung sondern Mobilität für Alle!
Fast 200 000 Menschen seien allein in den Städten Nürnberg, Fürth und Erlangen arm oder von Armut bedroht, sagt Christian Hartmann. Als Beweggründe des Bündnisses nennt er einen „jahrelangen Abbau sozialer Leistungen und nicht zuletzt die so genannten Hartz-Reformen, die den Lebensstandard enorm verschlechtert haben“ und für Einschränkungen in der Mobilität für Erwerbslose, Menschen mit Niedriglohn-Jobs, Flüchtlinge, von Armut betroffene Studierende und RentnerInnen sorgen.

Quelle: Bündnis Sozialticket

Quelle: Bündnis Sozialticket

Hartnäckig versuchen die Aktivisten seit Monaten die Städte zu überzeugen – zuletzt mit Unterschriften-Aktionen: Am 2. Oktober hat das Bündnis Sozialticket mit 11 000 Unterschriften für die Einführung eines Sozialtickets das Nürnberger Rathaus mit einer riesigen Wäscheleine umwickelt. Nur wenige Tage zuvor wurden in Fürth bereits 10 000 Unterschriften übergeben.

youtube_sozialticket

Um auch im Internet für mehr Aufmerksamkeit zu sorgen, haben die Aktivisten des Bündnis Sozialticket ein Video zur Kampagne erstellt.

Dass Städte Möglichkeiten haben, Mobilität auch für ärmere Menschen zu ermöglichen, zeigen Beispiele aus anderen deutschen Städten und Regionen: Dem Bundesland Brandenburg ist es gelungen, die Einführung stark verbilligter Sozialtickets zu erreichen. In Dortmund gelang es mit der Forderung nach einem Nulltarif in Bus und Bahn die Stadt dazu zu bringen, ein 15-Euro-Sozialticket einzuführen.

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Sparen mit der Bahn: Länder-Tickets

Montag, den 5. Oktober 2009

Mit den Länder-Tickets der Deutschen Bahn können Gruppen und Familien im Nahverkehr kräftig sparen. Ein Länder-Ticket, egal in welchem Bundesland, können Kunden einen Tag lang für die 2. Klasse der Nahverkehrszüge der Deutschen Bahn (IRE, RE, RB und S-Bahn) so oft und so lange sie wollen nutzen. Oft sind sogar noch die angrenzenden Regionen anderer Bundesländer oder gar europäischer Staaten inklusive.

Ein Vergleich der Preise Länder-Tickets für jeweils fünf Personen und einer eintägigen Nutzung:

>> Mecklenburg-Vorpommern: 26 Euro

>> BrandenburgBerlin: 27 Euro

>> Rheinland-Pfalz: 27 Euro

>> Saarland: 27 Euro

>> Sachsen: 28 Euro

>> Sachsen-Anhalt: 28 Euro

>> Baden-Württemberg: 28 Euro

>> Bayern: 28 Euro

>> Thüringen: 28 Euro

>> Niedersachsen (inkl. Hamburg und Bremen): 28 Euro

>> Hessen: 30 Euro

>> Nordrhein-Westfalen: 30 Euro

>> Schleswig-Holstein: 30 Euro

Auch für Einzelreisende gibt es passende Sparangebote der Deutschen Bahn: das Länder-Ticket Single und das Länder-Ticket Nacht. Gemeinsam ist allen Länder-Tickets allerdings die Gültigkeitsdauer. Sie können von montags bis freitags von 9 bis 3 Uhr des Folgetages (an Feiertagen ganztägig) und samstags oder sonntags von 0 bis 3 Uhr des Folgetages genutzt werden.

Wichtig: Wer ein Länder-Ticket am Schalter der Deutschen Bahn oder in einem Reisebüro mit DB-Agentur kauft, zahlt zwei Euro mehr als am Automaten oder via Internet. Bei einer Bestellung im Internet fallen allerdings 3,50 Euro Versandkostenpauschale an. Um einen illegalen Weiterverkauf der Länder-Tickets zu vermeiden, muss auf den Fahrkarten der vollständige Name des Fahrgasts eingetragen werden, der die weiteste Strecke zurücklegt. Dies gilt in allen teilnehmenden Bundesländern außer in Hessen.

Der Verein PRO BAHN hat auf seinem Internetportal eine Übersicht aller Verkehrsverbünde zusammengetragen, die mit einem Länder-Ticket in den jeweiligen Bundesländern genutzt werden können. Diese ermöglicht einen schnellen Überblick, ob und wo zum Beispiel auch Buslinien befahren werden können.

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