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Monatsarchiv für November 2009

Umweltzonen sind weiter im Vormarsch

Samstag, den 28. November 2009

34 Umweltzonen wurden in Deutschland seit dem 1. Januar 2008 errichtet und weitere sind geplant. Der Ursprung liegt in einer Veröffentlichung der Weltgesundheitsorganisation WHO, die im Straßenverkehr freigesetzten Feinstaub als sehr schädlich einstufte. 1998 hat die Europäische Union daraufhin eine Luftqualitätsrichtlinie beschlossen, nach der die Mitgliedstaaten die Feinstaubbelastungen senken müssen. In der Konsequenz dessen wurde in Deutschland den Kommunen die Möglichkeit eingeräumt, in Ballungsräumen sogenannte Umweltzonen für Pkw`s einzurichten.

Derzeit gibt es in Deutschland 34 Umweltzonen:

01. Januar 2008: Berlin, Hannover, Köln

12. Januar 2008: Dortmund

01. März 2008: Ilsfeld, Leonberg, Ludwigsburg, Mannheim, Reutlingen, Schwäbisch-Gmünd, Stuttgart, Tübingen

01. August 2008: Pfeidelsheim

01. Oktober 2008: Bochum, Bottrop, Dortmund, Duisburg, Essen, Frankfurt/Main, Gelsenkirchen, Mühlheim an der Ruhr, München, Oberhausen, Recklinghausen

01. Januar 2009: Bremen, Heilbronn, Herrenberg, Karlsruhe, Mühlacker, Pforzheim, Ulm

15. Februar 2009: Düsseldorf

01. Juli 2009: Augsburg

01. November: Neu-Ulm

In sieben weiteren Städten sind Umweltzonen für das kommende Jahr geplant: Bonn, Freiburg, Heidelberg, Münster, Pfinztal, Osnabrück, Leipzig. Außerdem gibt es zehn Städte, in denen Umweltzonen fest eingeplant, aber noch ohne festes Einführungsdatum sind: Braunschweig, Darmstadt, Dresden, Gera, Jena, Kassel, Magdeburg, Nürnberg, Regensburg, Großumweltzone-Ruhrgebiet.

Quelle: adac.deEine Plakette kostet 5 bis 19 Euro und ist beim Technischen Überwachungsverein (TÜV) und Dekra sowie bei zahlreichen Werkstätten erhältlich. Bei vielen Anbietern kann die Vignette auch online bestellt werden. Das Bild zeigt die für die Umweltzonen untergliederten Schadstoffgruppen und die damit verbundenen Plakettenunterteilung.

Eine vom ADAC in diesem Jahr veröffentlichte Studie kritisierte allerdings die Einführung der Umweltzonen. So würden die damit erwirkten Fahrverbote nicht zu einer Verbesserung der Luftqualität führen und die Umweltzonen nach Meinung der Experten wirkungslos seien.

Wer die Umweltzonen mit einem Pkw ohne eine Umweltplakette durchfährt, dem droht ein Bußgeld von 40 Euro sowie ein Punkt in Flensburg. Auch wenn das Fahrzeug aufgrund seiner Emissionswerte für die Umweltzonen zugelassen wäre. Weitere und ausführlichere Informationen zum Thema Umweltzonen, Umweltplaketten und Schadstoffgruppen gibt es unter auf dem Portal umweltzone.net.

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Koalitionsvertrag kündigt Ausbau der Fernbusse an

Mittwoch, den 18. November 2009

Die Linien der Fernbusse wurden einst beschränkt und eingegrenzt, um den Aufbau des Bahnnetzes zu unterstützen. Einzige Ausnahmen waren bisher: Fernbusse ins ehemals geteilte Berlin und ins Ausland. Im neuen Koalitionsvertrag zwischen Union und FDP kündigt ein Satz nun allerdings ein Umdenken an: „Wir werden Busfernlinienverkehr zulassen.“

Die deutsche Busbranche zeigt sich offen für die neuen Aufgabenfelder. Gunther Mörl, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Omnibusunternehmer, weiß, dass die Bahn für Geschäftsleute schon alleine aus zeitlichen Aspekten unschlagbar bleiben wird. „Mit den Buslinien könnte sich aber vor allem für diejenigen eine Alternativen auftun, die mehr Zeit haben und günstig reisen wollen“, sagte Mörl weiter.

Das Internetportal von autaro.de verkündete in dieser Woche, dass die Fernbusse auch die CO2-Emissionen senken werden und sieht darin eine Chance für den Umweltschutz. So pauschal positiv können Fernbusse unter diesem Aspekt jedoch nicht ausgelegt werden. Der Verkehrswissenschaftler Karl-Hans Hartwig machte dazu eine einfache Rechnung auf: „Ein vollbesetzter Bus ist umweltfreundlicher als eine schwach besetzte Bahn und umgekehrt.“

Auch der bahnfreundliche Verkehrsclub Deutschland (VCD) befürwortet den Ausbau des Netzes der Fernbusse. Für den VCD liegt ein weiterer Vorteil im sozialen Bereich, da durch die Fernbusse auch Menschen mit weniger Geld mobil sein und quer durch Deutschland reisen können. Als „durchaus positiv“ bewertet auch der ADAC die Pläne im Koalitionsvertrag. Der Sprecher Maximilian Maurer denkt dabei an eine Entlastung der Fernstraßen und glaubt, „dass es für die Reisenden nur gut sein kann, wenn die Bahn ihre Monopolstellung zugunsten von mehr Wettbewerb verliert“.

Bei der Frage, ob die Fernbusse eine wirklich ernstzunehmende Konkurrenz für die Deutsche Bahn werden könnten, sind sich Branchenexperten allerdings noch uneinig. Die Bahn selbst äußerte sich noch nicht zu den Plänen der Fernbusse, da sie erst abwarten wolle, „wie die gesetzliche Regelung in der Praxis aussieht“, gab ein Sprecher bekannt. Fest steht allerdings auch, dass die Deutsche Bahn selbst mit über 13000 Fahrzeugen der bundesweit größte Busanbieter ist.

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Verkehrssicherheits-Report 2009: Deutsche sind die besten Autofahrer

Freitag, den 13. November 2009

Der Verkehrssicherheits-Report 2009 von AXA hat die Deutschen zu den besten Autofahrern Europas gekürt. Im Rahmen der zweiten länderübergreifenden Studie über das Sicherheitsbewusstsein von Autofahrern wurden 8 000 Personen aus zehn europäischen Ländern befragt.

Auch die deutschen Autofahrer selbst (83 Prozent) schätzen sich beim Verkehrssicherheits-Report 2009 als sichere Fahrer ein. Der Schnitt aller Befragten liegt bei 75 Prozent. Riskant ist allerdings die Bewertung von den Gefahren auf Landstraßen. So fühlen sich die Deutschen hier am sichersten, obwohl dort über die Hälfte aller tödlichen Verkehrsunfälle geschehen.

Entgegen aller Vorurteile bringt der Verkehrssicherheits-Report 2009 Frauen als die besseren deutschen Verkehrsteilnehmer hervor. So empfinden 51 Prozent der befragten Befragten Frauen als die kompetenteren Autofahrer. Nur 19 Prozent sind der Meinung, dass das Unfallrisiko auf der Straße durch Männer hinter dem Steuer abnimmt. Bestätigt wird diese weibliche Stärke auch durch die Zahl der Verkehrsdelikte. Laut Verkehrssicherheits-Report 2009 telefonieren rund ein Drittel (31 Prozent) der Männer hin und wieder ohne Freisprechanlage – bei den Frauen liegt dieser Wert bei nur 18 Prozent. Ähnlich liegen die Zahlen bei der Missachtung des Sicherheitsabstands und den Geschwindigkeitsbegrenzungen. Außerdem fahren nur fünf Prozent der Frauen nach zwei oder mehr alkoholischen Getränken mit dem Auto – bei den Männer liegt dieser Wert bei 16 Prozent.

sicherheitsreportDie Fernsehagentur Mhoch4 hat ein Video mit den wichtigsten Ergebnissen aus dem Verkehrssicherheits-Report 2009 veröffentlicht. Darin erklärt Claus Hunold, verantwortlich für den AXA Verkehrssicherheits-Report 2009, dass sie vor allem auf die Sicherheitsrisiken aufmerksam machen wollen.

Auch wenn der Verkehrssicherheits-Report 2009 die deutschen Autofahrer als die sichersten Europas einschätzt – sie gelten dennoch als unbelehrbar. So lässt sich nur jeder vierte von Punkten in Flensburg abschrecken. Außerdem finden nahezu alle Befragten (97 Prozent) Präventionskampagnen zwar prinzipiell gut und notwendig, aber nur ein Fünftel lässt sich selbst dadurch beeinflussen. Im Ländervergleich haben die Deutschen allerdings auch relativ geringe Strafen zu befürchten. Erstaunlich ist jedoch, dass Autofahrer aus Ländern, in denen bereits hohe Strafen für Verkehrsdelikte existieren, im Verkehrssicherheits-Report 2009 häufig weitere Verschärfungen fordern. So will zum Beispiel fast jeder zweite italienische Autofahrer noch höhere Strafen für Handy-Sünder am Steuer, obwohl das Bußgeld mit knapp 600 Euro schon vergleichsweise hoch liegt.

Die italienischen Autofahrer erhielten bei den Befragungen ansonsten allerdings nur wenige positive Werte. So gelten sie laut Verkehrssicherheits-Report 2009 als die schlechtesten Autofahrer Europas. Der Grund liegt wohl vor allem im geringen Sicherheitsbewusstsein: Nur 19 Prozent der Italiener glauben, dass Telefonieren am Steuer gefährlich sei und nur 76 Prozent empfinden das Fahren ohne Sicherheitsgurt als gefährlich.

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Die Verkehrspolitik im neuen Koalitionsvertrag

Mittwoch, den 4. November 2009

Der Koalitionsvertrag steht und auch die Verkehrspolitik spielt eine wichtige Rolle. Auf 132 Seiten haben Union und FDP ihre Wünsche und Pläne niedergeschrieben – acht Seiten davon zum Thema Mobilität. Erste große Veränderung ist der neue Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung: der 55-jährige Dr. Peter Ramsauer (CSU).

Im Einzelnen hat sich die Schwarz-Gelbe Regierung im Koalitionsvertrag auf folgende Ziele für die Verkehrspolitik geeinigt:

  1. Kein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen
  2. Keine Einführung einer City-Maut für Großstädte
  3. Ausbau des Straßennetzes sowie Vereinfachung von Planung und Genehmigung von Bauanträgen
  4. Einführung eines neuen und flexiblen Verkehrsleitsystems, um Staus entgegenzuwirken
  5. Vereinfachung und Überprüfung der Feinstaub-Vorschriften innerhalb der Umweltzonen
  6. Mehr Einsatz von Fernbussen
  7. Strengere Regulierung des deutschen Schienennetzes (langfristig eine Privatisierung der Bahn)
  8. Vertiefung der Fahrrinnen zu den Seehäfen, damit größere Frachter Deutschland ansteuern können
  9. Einführung von „internationalen wettbewerbsfähigen Betriebszeiten“ an deutschen Flughäfen; womit der Verkehr in der Luft steigen wird (möchlicherweise Aufhebung des Nachtflugverbots)
  10. Förderung der Entwicklung von Elektrofahrzeugen und Schaffung einer entsprechenden Infrastruktur mit Ladestationen (bis 2020 sollen eine Millionen E-Autos in Deutschland zugelassen werden)

Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) bewertet die Verkehrspolitik im Koalitionsvertrag als „weitgehend positiv“. So entsprächen einige der Vorschläge den Überzeugungen des ADAC’s: Die Ablehnung des Tempolimits, die Überprüfung der Umweltzonen, die Ablehnung einer City- und PKW-Maut sowie die Ablehnung von generellen innerstädtischen Fahrverboten.

Deutlich kritischer tritt der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) in die Öffentlichkeit. Der Club spricht beim verabschiedeten Koalitionsvertrag sogar von einem Trauerspiel für Klima- und Verkehrspolitik. Für den Verkehrsclub Deutschland sind die geplanten Maßnahmen wie das Aufweichen von Umweltzonen, der Stagnation der LKW-Maut und Nachtflugverboten ebenso ein Zeichen für eine negative Trendwende von Union und FDP wie die fehlenden CO2-Reduktionsziele im Bereich der Verkehrspolitik. In einer Pressemitteilung verdeutlich der VCD-Sprecher Gerd Lottsiepen die Hoffnungen, die er auf den Koalitionsvertrag setzte: „Für eine klimaschonende und sichere Mobilität brauchen wir endlich ein Tempolimit von 120 km/h auf Autobahnen, die Ausweitung der Umweltzonen, mehr Investitionen in den Erhalt und den Ausbau eines flächendeckenden Schienennetzes.“

Auch die Allianz pro Schiene, das Bündnis zur Förderung des umweltfreundlichen und sicheren Schienenverkehrs in Deutschland, kritisiert, dass es der neuen Bundesregierung „an Geist, Phantasie und klaren Zielen“ fehle und vermisst eine oft angekündigte Aufbruchsstimmung. Beispiele für eine Fehlentwicklung seien die drastischen Absagen an die City-Maut, einer höhere LKW-Maut oder Tempolimits auf deutschen Autobahnen.

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