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Der Senioren-TÜV und Alternativen

Ist der Senioren-TÜV eine notwendige Maßnahme oder eher Diskriminierung? Die deutsche Bevölkerung wird immer älter und der demographische Wandel ist nicht mehr aufzuhalten. Viele wollen und können jedoch auch im Alter nicht auf das Auto verzichten. Sowohl in der Politik als auch in den Medien kommt durch das erhöhte Unfallrisiko im Rentenalter immer wieder die Diskussion über einen verpflichtenden Senioren-TÜV auf.

Nach einer Statistik des ADAC verursachen Fahrer über 60 Jahren weniger Unfälle als alle anderen Autofahrer. Obwohl wohl knapp 17 Prozent aller Führerscheine in Deutschland in Besitz von Menschen ab 65 sind, verursacht diese Altersgruppe nur 7,8 Prozent der Unfälle mit Verletzten. Und wenn es doch kracht, passiere das meist beim Ein- oder Ausparken auf Parkplätzen. Die verkehrspolitischen Sprecher der schwarz-gelben Koalition fordern deshalb statt einem Senioren-TÜV eine stärkere Anpassung der Autos an die Bedürfnisse von Senioren.

Um die Bedürfnisse dieser stetig wachsenden Zielgruppe an die Autohersteller überhaupt bestimmen zu können, arbeitet eine Forschungsgruppe der Technischen Universität Braunschweig derzeit an einer Studie mit Autofahrern im Alter zwischen 70 und 90 Jahren. Erste Ergebnisse haben gezeigt, dass besonders Navigationssysteme, Einstiegshilfen sowie Infrarotkameras, die die Nachtfahrten erleichtern, großen Anklang fanden. Die mitwirkende Psychologin Katja Duntsch stellte außerdem fest, dass die Senioren  sich und ihre speziellen Anforderungen an die Autos nicht ausreichend gewürdigt fühlen. Und sie weiterhin „mit ihrem Fahrzeug mobil bleiben und somit am öffentlichen Leben teilhaben“ wollen. Die Hauptstudie wird bis Mitte 2010 abgeschlossen sein.

Der Technische Überwachungs-Verein bietet übrigens in allen der drei großen deutschen Gesellschaften TÜV Süd, TÜV Nord und TÜV Rheinland spezielle Tests für Senioren an. Das entspricht zwar keinem offiziell anerkannten Senioren-TÜV – schafft jedoch die Möglichkeit vor allem die Reaktionsgeschwindigkeit und die Selbsteinschätzung zu testen. Eine Art freiwilligen Senioren-TÜV gibt es beim TÜV außerdem durch eine Fahrstunde in Begleitung eines Mitarbeiters. Der Vorteil daran: Selbst bei nicht bestehen des Tests, darf man den Führerschein behalten. Zumindest in den kommenden vier Jahren wird es wohl aller Voraussicht nach auch bei derartigen freiwilligen Tests bleiben. Denn sowohl die verkehrspolitischen Sprecher der CDU als auch die der FDP haben sich bereits vor der Bundestagswahl gegen einen Senioren-TÜV ausgesprochen.

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Was die Menschen auf der Straße von einem Senioren-TÜV halten, hat das Nachrichtenportal news.de in einer Videoumfrage zusammengefasst.

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