VerkehrsmittelVergleich.de - Schnell und günstig durch Deutschland


Monatsarchiv für Juni 2010

PKW-Werkstätten müssen für fehlerhafte Umrüstung auf Gas einstehen

Dienstag, den 29. Juni 2010

Das Oberlandesgericht Koblenz entschied in seinem Urteil zum Aktenzeichen 5 U 136/10, dass Werkstätten für Schäden einstehen müssen, die in Folge einer fehlerhaften Umrüstung auf Gas entstanden sind. Im vorliegenden Fall erfolgte die Umrüstung auf Gas bei einem benzinbetriebenen Ford Maverick. Die Umrüstung auf Gas wurde von einer Fachwerkstatt durchgeführt und kostete den Eigentümer des Fords 2.500,96 Euro. Nach einem halben Jahr entstanden beträchtliche Kompressionsverluste an den Zylindern. Der Zylinderkopf musste bei einer Reparatur gewechselt werden, was wiederum 3.455,31 Euro kostete.

Wie sich bei einem Beweissicherungsverfahren herausstellte, kam es bei der Gasanlage zu einer enormen Erhitzung, wodurch die Zylinderventile beschädigt wurden. Die Werkstatt hatte bei der Umrüstung auf Gas offensichtlich den Einbau einer Regelungstechnik vergessen. Die Regelungstechnik hätte eine Beschädigung der Zylinderventile verhindert. Der Fahrzeughalter forderte von der Werkstatt, die die Umrüstung auf Gas vorgenommen hatte, die Kostenübernahme sowohl für die Reparatur als auch für die Umrüstung auf Gas. Des Weiteren verlangte der Fahrzeughalter, dass die Umrüstung auf Gas rückgängig gemacht werden sollte. Mit dem Urteil des Oberlandesgerichtes Koblenz wurde dem Fahrzeughalter Recht gegeben und der Anspruch auf Kostenerstattung durch die Werkstatt und die kostenlose Rückgängigmachung der Umrüstung auf Gas bestätigt.

Share

Verkehrsclub Deutschland kritisiert Vorschläge für Kürzungen im Nahverkehr

Freitag, den 18. Juni 2010

Der Vorschlag der Kürzungen im Nahverkehr stößt beim Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) auf Gegenwehr. Auf seinem Blog warnt er vor den finanziellen Einschränkungen, wie sie in der Studie des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (VZBV) zur Finanzierung des Nahverkehrs auf der Schiene vorgeschlagen werden.

Die Untersuchung der VZBV hat ergeben, dass die staatlichen Gelder von den Landesregierungen oft ineffizient eingesetzt werden. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen zieht daraus die Konsequenz, dass der Bund den Nahverkehr in Zukunft anders unterstützen müsste: Finanziert werden soll dann nur noch ein Grundangebot und zusätzliche Zahlungen sollen an die Bedingung einer höheren Effizienz gebunden werden.

Michael Gehrmann, Bundesvorsitzender des Verkehrsclubs Deutschland e.V. warnt vor derartigen Kürzungen im Nahverkehr und dem vorgeschlagenem Weg vom Bundesverband der Verbraucherzentralen: „Gesicherte Bundesmittel haben dazu beigetragen, dass es eine deutschlandweites attraktives Angebot im Nahverkehr gibt und die Fahrgastzahlen in diesem Bereich steigen stetig.“ Gehrmann betonte zwar, dass die Verteilung der staatlichen Gelder besser am Fahrgastmarkt und der Angebotsqualität orientiert werden sollte, aber wenn die finanziellen Mittel „dort konzentriert würden, wo die Verkehrsnachfrage am höchsten und die Mittelverwendung am effizientesten ist, bedeutet das, weite Landstriche in Deutschland vom Schienenverkehr abzuhängen. Bundesmittel würden dann nur noch in Ballungsgebiete fließen.“

Zudem werden die Gelder vom Bund für den Ausbau und den Erhalt der Infrastruktur verwendet – da in diesem Bereich die Voraussetzungen in den Bundesländern allerdings sehr unterschiedlich sind, weichen auch die jeweiligen Kosten stark voneinander ab. Eine generelle Vereinheitlichung oder sogar Kürzungen im Nahverkehr schaffen deshalb laut VCD große Diskrepanzen zwischen den Ländern.

Im Jahr 2008 sind über 2,3 Milliarden Menschen in Deutschland mit der Bahn gefahren – allein 2,2 Milliarden Fahrten davon fanden ausschließlich im Nahverkehr statt. Und angesichts steigender Spritpreise werden Bus und Bahn eine immer attraktivere Alternative zum PKW.

Share