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Das Ruhrgebiet – ein romantisches Märchen?

Was den Bayern ihre Lederhosen, ist den Bewohnern etwas weiter nordwestlich das Ruhrgebiet – ein Stück regionaler und kultureller Identität.

Hier im Ruhrgebiet wird malocht, wird Fußball geguckt und nach der Schicht an der Trinkhalle ein Bierchen gezischt. Man hält zusammen, die Welt ist ehrlich und gut. Welch idyllisches Bild einer rauen urtümlichen Industrielandschaft.

“Spiegel-Online”-Redakteur Konrad Lischka sieht das etwas anders. Im Ruhrgebiet großgeworden, konnte er schon als Kind mit dem Begriff Kohle wenig anfangen. Der obligatorische Kindergarten-Besuch im Bergbaumuseum sollte ihm und dem übrigen Ruhrpott-Nachwuchs die Bedeutung der Kohle fürs Ruhrgebiet vermitteln – mehr als ein Show-Bergwerk erkannte er nicht. Das große Zechensterben hatte begonnen, Kohle interessierte die Kleinen nicht.

Auch die Grundschullehrerin, die dem Nachwuchs im Grugapark vom “schwarzen Gold” tief in der Erde erzählte, stieß auf wenig Interesse. Es war 1986, die letzte Zeche war gerade geschlossen worden.

Die Zeche Zollverein in Essen? Ein wichtiges Kulturdenkmal, sicher. Aber eben ein Denkmal: Besucher, Führungen, Show, Folklore. Von gestern. Kulisse für einen Film, der nicht mehr läuft.

Die Vorstellung vom Ruhrgebiet als Metropolenmodell der Zukunft, wo sich Kumpel und Kreative treffen, die Region unter Strom setzen und vorwärtsbringen – ein falsches Bild. Zeit, mit einigen Lebenslügen des Ruhrgebiets aufzuräumen…

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