Das winterliche Reisen kann viele Hindernisse mit sich bringen
Montag, den 27. Februar 2012Reisen im Winter hat so seine Tücken, davon wird auch der nächste Reisewinter nicht verschont bleiben. Von den Reisenden gar nicht zu reden. Schließlich gehören Verspätungen durch Blitzeis und Chaos bei liegengebliebenen Autos und Zügen zum Winter wie Schnee, Eis und kalte Hände. Wenn dann noch ein Vulkan dazukommt, der seine Aschewolke strategisch ungünstig über Zentraleuropa treiben lässt, ist spätestens dann auch der Flugverkehr von den Unbilden des winterlichen Wetters betroffen. Ein Grund, der beim Deutschen Tourismus-Gipfel in Berlin dafür gefunden wurde, ist die Verkehrsinfrastruktur, bzw. deren hohe Auslastung, in Deutschland. Das bedeutet, dass bereits kleine Störungen um ein Vielfaches höhere Auswirkungen auf den Verkehr haben können. Darunter zu leiden hat insbesondere die Tourismusbranche, die natürlich in den Wintermonaten Hochkonjunktur hat. Die ausgefallenen Klimaanlagen der Deutschen Bahn im vergangenen Sommer erscheinen vergleichsweise unwichtig, wenn man sich bewusst macht, wie groß die Auswirkungen eines harten Winters auf die Infrastruktur des Reiseverkehrs sein können. Dabei sind die Ansprüche der Verantwortlichen bei Deutscher Bahn, den Flughäfen, bzw. der Luftfahrtunternehmen, sowie des ADACs enorm hoch und man arbeitet ständig daran, die wichtigen neuralgischen Punkte zu optimieren. Doch gegen das Wetter ist wahrlich kein Kraut gewachsen, und so geht es in erster Linie mit darum, bei den Kunden, die letzten Endes unter den Ausfällen und Problemen am meisten zu leiden haben, um Verständnis dafür zu werben, dass manche Fahrten, bzw. Flüge eben nicht glatt gegangen sind. Den optimalen Tag für die Beförderung von Passagieren kann man eben nicht bestellen – wenn das Wetter nicht mitspielt, oder eben auch ein Vulkan auf Island ausbricht, kann selbst der engagierteste Bahnchef, der motivierteste Flugkapitän und die reizendste Zugbegleiterin nichts machen. Die Bahn jedenfalls hat für den Winter aufgerüstet: 13 ICEs, dazu eine Vielzahl mehr von Weichen, die bei Bedarf beheizt werden können, sowie eine Aufstockung des Zugpersonals um 600 Personen sollen reibungslosere Abläufe garantieren helfen. Doch neben einem erneuten Vulkanausbruch, der von Experten nicht mit der Frage “ob?” sondern “wann?” prognostiziert wird, sind es auch Verwaltungsakte, die es gerade den Fluggesellschaften nicht einfach machen. So wurde dem Frankfurter Flughafen kürzlich erst vom Hessischen Verwaltungsgerichtshof die Nachtflugerlaubnis aberkannt, beim Flughafen Köln/Bonn in Nordrhein Westfalen sind ähnliche Bestrebungen im Gange. Dies wird vom Bundesverband der Tourismuswirtschaft mit recht deutlichen Worten kritisiert und abgelehnt. Deutschland könne es sich einfach nicht leisten, seine Rolle als Drehscheibe für den internationalen Luftverkehr zu verlieren.
