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Kreativität in der Kulturhauptstadt Maribor

Maribor in Slowenien ist neben dem portugiesischen Guimarães Kulturhauptstadt 2012. Dadurch ergeben sich neue Perspektiven für die Stadt.

In den letzten Jahrhunderten machte die slowenische Stadt an der Drau vom Feuer über den Krieg bis zur Reblaus einiges mit. Heute bestaunen die Besucher Maribors die Stadt mit dem weltweit ältesten Weinstock und dem neu eingerichteten Weinmuseum. Der kostbare Wein ist dabei in einer Flasche zu erblicken. Doch leider befindet sich zwischen Besucher und Flasche eine Glaswand. Kostproben als Geschenk der Stadt erhalten nur hochrangige Gäste wie Bill Clinton und Kaiser Akihito aus Japan.

Maribor bzw. Marburg an der Drau ist Ursprung dreier Weinstraßen und Standort von Mitteleuropas größtem Weinkeller mit drei Kilometern Länge. Auf dem darüber befindlichen Schlossplatz und den Altstadtgassen kosten an lauen Sommerabenden sowohl Touristen als auch Einheimische von den Erzeugnissen der Winzer. Im Winter ist das Skifahren im nahen Bachergebirge auf zwölf Kilometern Abfahrtski- sowie Langlauf-Pisten möglich. Alljährlich im Juli wird die Altstadt als auch das Drauufer zu einem Konzert- und Showgelände umfunktioniert und ist Veranstaltungsort des Lent-Festivals.

Die jugoslawische Vergangenheit ist heute noch erkennbar: So haben Straßen ihren Namen aus jugoslawischewr Zeit behalten, wie die Straße der Partisanen. Zu dieser Zeit arbeiteten viele in Fabriken, in welchen Lastwagen und Busse hergestellt wurden oder Stahl und Eisen gegossen wurde. So entwickelte sich bis 1914 aus dem provinziellen Maribor eine Industriestadt. 1918 bot Maribor ca. 30.000 meist deutschsprachigen Einwohnern ein Zuhause. Nach den Wirren des 2. Weltkrieges wurde Slowenien ein Bestandteil Jugoslawiens. Erst 1991 wurde das Land unabhängig.

Doch der Sozialismus hinterließ Spuren. Dazu zählt das Zweite-Weltkrieg Mahnmal “Kojak” vor dem Schloss und eine riesige Anlage der jugoslawischen Armee mit zahlreichen Schuppen und Hallen. Dort befindet sich das autonome Kulturzentrum “Pekarna”, das in den restaurationsbedürftigen Gebäuden Büros, Kneipe, Club, Konzertsaal sowie Übungsräume für Bands bietet. Eine Band heißt “Dead Brains”, die aus drei Reggaemusikern besteht und nachmittags dort probt. Vom Sänger der Band wird Maribors kreative Szene geschätzt, die mit einer Anzahl von ca. 100 Bands für die Kreativität der Stadt spricht. Allerdings fehlt das Publikum in der Stadt, weshalb das Kulturhauptstadtjahr Hoffnung auf neue Fans schürt. Schließlich kommen viele Gäste auch aus den Partnerstädten, wozu unter anderem das hessische Marburg an der Lahn zählt.

Ein erster Schritt ist das Kulturzentrum, das sich am südlichen Ufer der Drau befindet. In Planung sind Künstlerateliers, die Errichtung eines Freilichtmuseum und die Neugestaltung des nördlichen Flussufers.

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