Gründertagebuch…Kapitel 1: Über Pizza und Bier
Sonntag, den 7. Juni 2009Mit dem Entschluß als wissenschaftliche Mitarbeiter Schrägstrich Dozenten am Gründerkolleg der RWTH Aachen anzufangen, war die Erwartung natürlich groß, eine geballte Ladung an Ideen und High-Tech, gegen die selbst „Google“ ein Kleinkind gewesen wäre anzutreffen. Es gab viele guten Ideen und unternehmensgründungswürdige Konzepte, aber das Verständnis für die Wichtigkeit der Kommunikation in den Markt war für die Technologiegründer oft ein großes Problem…
“Wie Business Plan? Markt? Kunde?…die Idee ist doch genial, die verkauft sich von selber!”
Tag ein Tag aus haben wir, Johnnes Grassmann, Veit Blumschein + Kollegen die RWTH Gründer gecoacht und in Sachen BWL ausgebildet. Immer in der Hoffnung, dass da ggf. doch mal einer dabei ist, mit dem man gemeinsam seine Technologie als Ausgründung vorantreiben kann. Leider/zum Glück ergab sich so eine Möglichkeit nie.
Nach dieser längeren Durststrecke war dann irgendwann im Rahmen eines verlängerten Betriebsausflugs die Idee geboren, selber mal die Klinke in die Hand zu nehmen. Klar, am Besten natürlich etwas, dass „der Markt“ schon lange gebraucht, aber noch nie bekommen hatte. Leichter gesagt als getan; was folgte, waren 2 Monate wöchentlicher Brainstorming-Sessions in 9-köpfiger Runde. Vom Unternehmensberater bis zum erfolgreichen Ex-Gründer war alles versammelt: Jeden Mittwoch 19:30 über Pizza und einem Kasten Bier wurde, ganz im Sinne des Brainstorming-Prinzips, jede noch so verrückte Idee ausgepackt und aufgeschrieben. Zu später Stunde machten wir selbst vor nicht-jugendfreiem oder gar gänzlich makaberem Ideenwerk nicht halt.
Zur der Idee www.verkehrsmittelvergleich.de ins Leben zu rufen kamen wir allerdings nur über Umwege…Wir wollten ja schließlich auch ab und an mal wieder zu Hause in Leipzig bzw. München vorbei schauen, und die regelmäßige Suche nach der besten Verbindung hat oft einige Nerven gekostet! Als sich dann auch noch Veit’s Vater bei einem Heimatbesuch lautstark über die beschwerliche Suche nach Spezial Angeboten beschwerte, wurde dadruch der Stein ins Rollen gebracht…
Beim nächsten kreativen Meeting wurde das Thema angesprochen, und eins wurde klar:
In Sachen verkehrsmittelübergreifenden Reisevergleich gab und gibt es in Deutschland noch großes Erleichterungs- und Vereinfachungspotential!
Das Grundkonzept kristallisierte sich schnell heraus, aber bis aus der harmlosen Idee über Pizza und Bier das sechsköpfige Startup entstand, welches Anfang 2009 unter dem Namen „VerkehrsmittelVergleich.de“ online ging, sollten noch einige Monate ins Land ziehen…
Es folgen Momentaufnahmen über zwei der wohl mit Abstand nervenaufreibendsten Tage aus diesen langen Monaten: Der Tag unseres ersten Meetings mit den zuständigen Bereichsleitern der Deutschen Bahn AG, ohne deren Kooperation das Projekt praktisch noch auf dem Reißbrett eines frühen Todes gestorben wäre…
Das gibt’s im zweiten Teil des Tagebuchs…

