Wer eine Flugreise bucht, dessen Urlaub beginnt schon im Flugzeug. Sollte er jedenfalls, weshalb es schon bei der Reiseplanung wichtig ist, sich über seine Wünsche und Bedürfnisse Gedanken zu machen und über die Angebote der Fluggesellschaften zu informieren. In einer Untersuchung wurden nun der Service und die Flugpreise großer europäischer Fluggesellschaften verglichen.
In einem Test des Deutschen Instituts für Service-Qualität wurden im Auftrag des Senders n-tv die Leistungen der namhaften Anbieter von Flugreisen überprüft. Die ersten Plätze belegten dabei ausnahmslos deutsche Fluggesellschaften.
Den ersten Platz erreichte mit einem gelungenen Arrangement von guten Preisen und kundenorientierten Dienstleistungsangeboten Air-Berlin.
Dass die Lufthansa, immerhin das Flaggschiff unter den deutschen Airlines, „nur“ Platz zwei belegen konnte, mag einige Insider überraschen, da sie als eine der renommiertesten Fluggesellschaften der Welt natürlich als Matador der deutschen Anbieter galt. Hier muss aber dem Umstand Rechnung getragen werden, dass die Kernkompetenz der Lufthansa, immerhin eine der größten Airlines der Welt, das Geschäft mit Firmenkunden betrifft. Dann noch den – nicht minder ehrenhaften – zweiten Platz in einer Untersuchung zu erringen, die sich mit Urlaubsflügen befasst, ist wahrlich keine Schande.
Den dritten Platz belegt die Chartergesellschaft Tuifly. Das Tochterunternehmen des weltgrößten Touristikkonzerns stellt mit dieser wirklich guten Platzierung unter Beweis, dass man sich der Bedürfnisse des modernen Touristen offensichtlich bewusst ist und in dieser Beziehung seine Hausaufgaben gemacht hat. Schließlich ist Tui im Trio der Erstplatzierten der einzige Allround-Anbieter für Urlaubsdienstleistungen und bietet von der Flugreise über Hotelbuchungen bis hin zu Pauschalurlauben die gesamte Bandbreite touristischer Angebote. Wer im Katalog unvergessliche Urlaube offeriert, der muss auch auf den
An- und Abflug achten.
Worauf es im Test ankam
Die Pluspunkte konnten die Unternehmen nicht nur mit günstigen Flugangeboten sammeln.
Wie in allen Bereichen gilt natürlich auch bei der Flugbuchung : Billig ist nicht immer preiswert.
Obwohl ein Preisvergleich sich durchaus lohnt. Denn ein besonders erstaunliches Ergebnis der Untersuchungen waren geradezu unfassbare Preisunterschiede.
Wer zu einem bestimmten Datum einen Flug von München nach Palma de Mallorca buchte, der konnte zum Beispiel bei Ryanair für 116 Euro ans Ziel kommen. Bei Air France hätte er am gleichen Tag für den Flug von München zu der gleichen Destination 1518 Euro zahlen müssen.
Wohlgemerkt wurde auch im französischen Flieger kein Kaviar im Lunchpaket geboten.
Nicht bei allen Reisezielen spart ein Flug mit dem irischen Billigflug-Anbieter gleich 90%.
Aber in allen Vergleichstests schließt er trotzdem immer verhältnismäßig günstig ab. Die Konkurrenz von
Air-Berlin, Lufthansa und Tuifly konnte er dennoch nicht ausstechen. Die Startflughäfen sind oft zu abseitig gelegen (so fliegt, wer bei Ryanair einen Flug von Frankfurt aus bucht, nicht von Frankfurt-Airport ab sondern von „Frankfurt“-Hahn – idylillisch gelegen im Hunsrück, doch fernab der Welt) und die Service-Gebühren machen mitunter ein Vielfaches des Flugpreises aus.
Und da in der Untersuchung nicht nur die Lockangebote den Ausschlag gaben, sondern auch versteckte Kosten in die Analyse mit einflossen, konnten eben die drei Erstgenannten das Rennen machen und verwiesen die reinen Billigfluganbieter auf die Plätze.
Deswegen wurden für die Untersuchung selbstverständlich nicht nur die reinen Flugpreise in die Bewertung genommen, sondern alle für für den Kunden relevanten Angebote untersucht: die Tester fragten, als Kunden getarnt, per e-mail oder Telefon bei den Gesellschaften nach. Auch die Funktionalität und Bedienerfreundlichkeit der Webseiten der Airlines wurde einer eingehenden Untersuchung unterzogen. So kamen am Ende mehr als 300 sogenannte Servicekontakte zustande, sodass gewährleistet werden konnte, dass der Analyse die für eine aussagekräftige Untersuchung notwendige Breite an Datenmaterial zugrunde lag.