Ökologie und Mobilität im Clinch, Teil 1
Mittwoch, den 16. April 2008Umweltfreundliches Reisen ist in Deutschland auch im individuellen Rahmen definitiv häufig noch schwerer als im Rest der sich Entwickelt schimpfenden Welt. Das liegt sicher nicht nur an der niedrigen Verbreitung von mit alternativen Antrieben ausgestatteten Kraftfahrzeugen (im Vergleich zu, sagen wir, Japan oder den USA), sondern zum großen Teil auch an der Art, wie wir das, was wir an Fahrzeugen bereits haben und täglich benutzen, verwenden und verwalten.
Wie man zu dieser Annahme kommen kann, zeigt ein jüngst auf spiegel.de veröffentlichter Artikel über die nach Schätzungen horrend hohe Zahl von zwar eingebauten, aber funktionsuntüchtigen Rußpartikelfiltern in deutschen Diesel-Pkw und –Lkw. Laut Schätzungen der deutschen Umwelthilfe seien die Anzahl der verbauten, aber kaputten Diesel-Rußfilter gut 40 % höher als bisher angenommen.
(Quelle: http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,546135,00.html)
Die zusätzliche Co² Belastung eines Dieselfahrzeugs, das mit kaputtem Rußfilter auf deutschen Straßen unterwegs ist, ist je nach Schädigungsgrad mit dem Ausstoß eines gar nicht erst mit Partikelfilter ausgestatteten Fahrzeugs vergleichbar. Eine genauere Feststellung der Anzahl von defekten Filtern könnten laut der deutschen Umwelthilfe nicht vorgenommen werden, da das Bundesumweltministerium die Herausgabe von aktuellen Daten verweigere.
Hier zeigt sich einmal mehr, wie weit Deutschland in der Mentalität auch und gerade auf bürokratischer Ebene noch davon entfernt ist, den ökologischen Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen als Selbstverständlich zu betrachten – das es im einzelnen noch viel zu kitten gibt, darüber können auch die generell positiven Statistiken in Sachen Co² Ausstoß und Co – betrachtet man die bereits Erfüllten und die eigentlich erst für 2025 im Rahmen des Kyoto-Protokolls angepeilten Richtwert – nicht hinwegtäuschen.
Und darum bleiben wir da auch am Ball.
