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Kundenverbände wehren sich gegen Preiserhöhungen der Deutschen Bahn

Freitag, den 9. Oktober 2009

Bahnfahren wird teurer – und jährlich grüßt das Murmeltier. Wie jedes Jahr gibt es wieder Preiserhöhungen bei der Deutschen Bahn.  Zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember müssen die Kunden im Nah- als auch im Fernverkehr künftig im Schnitt 1,8 Prozent mehr bezahlen. Vorstandsmitglied der Deutschen Bahn Ulrich Homburg begründete die „moderate, kontinuierliche Anpassung“  mit den gestiegenen Personalkosten. Die tariflichen Einkommen der Bahnbeschäftigten erhöhten sich für 2009 und 2010 um insgesamt 4,5 Prozent, die wieder ausgeglichen werden müssten, erklärte Homburg am Dienstag.

Der Verkehrsclub Deutschland fordert auf seinem Blog zum Verbraucherschutz und Verkehr bessere Qualität und einen höheren Kundenservice, anstatt die Preise zu steigern. Der Bundesvorsitzende Michael Gehrmann äußerte sich öffentlich dagegen und fordert eine Rücknahme der geplanten Preisänderungen: „Das in den vergangenen Jahren genutzte Argument der gestiegenen Energiepreise kann diesmal nicht als Vorwand herhalten.“ Auf der offiziellen Webseite verkündet der Verbraucherverband, dass die Privatisierung der Bahn eine Lösung des Problems sei. Demnach müssen Netz und Transport voneinander getrennt werden und die Netze strenge reguliert werden.

Auch Karl-Peter Neumann vom Verbraucherportal Pro Bahn kritisierte die Preiserhöhung: „Das sind Peanuts, die man hätte besser lassen sollen.“ Er befürchte, dass die Kunden trotz der vergleichsweise niedrig ausfallenden Preiserhöhung immer mehr frustriert seien vom Unternehmen Deutsche Bahn.

Konkrete Beispiele der Preiserhöhung ab dem 13. Dezember 2009 (einfache Fahrt im ICE, 2. Klasse):

  • Stuttgart nach München: 53 Euro (vorher 52)
  • München nach Dortmund: 129 (vorher 127)
  • Frankfurt am Main nach Mannheim: 26 Euro (vorher 25.50)
  • Berlin nach Frankfurt am Main: 113 Euro (vorher 111)
  • Nürnberg nach Berlin: 90 Euro (vorher 89)

Die Leidtragenden der Preiserhöhung sind die Stammkunden, die mit der Bahncard 50 oder Bahncard 100 reisen. Der Preis für eine Bahncard 50 (mit der 50 Prozent Rabatt auf den Fahrpreis erstattet werden) steigt ab dem 13. Dezember um fünf auf 230 Euro in der Zweiten und um zehn auf 460 Euro in der Ersten Klasse. Die Bahncard 100 wird um 4,1 Prozent teurer und steigt damit um 150 Euro auf 3800 Euro. Lediglich bei der Bahncard 25 gibt es keine Preiserhöhung, sie kostet weiterhin 57 Euro in der Zweiten und 114 Euro in der Ersten Klasse.

Deutlich teurer werden die Platzreservierungen im Fernverkehr, denn ihre Preise steigen um jeweils 50 Cent. Am Automaten oder im Internet erhöht sich der Preis auf 2,50 Euro und im Reisezentrum der Deutschen Bahn oder einer telefonischen Bestellung fallen neuerdings 4,50 Euro an. Diese überdurchschnittliche Preiserhöhung um 25 Prozent begründet Ulrich Homburg damit, dass viele Reisende Plätze in verschiedenen Zügen reservieren würden. Hier wolle man gegensteuern.

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